Von Besteuern zu Anziehen
Die Umkehrung des niederländischen steuerlichen Politikrahmens — warum die richtige Frage nicht lautet, wie Vermögende stärker besteuert werden, sondern wie Kapitalstarke nach den Niederlanden gelockt werden können, um Wirtschaftstätigkeit zu erzeugen.
Von Jacobus van Merksteijn · 16 Min. Lesezeit · 28. Mai 2026 · Ausgabe 2
Die falsche Frage — und die richtige
Die aktuelle Debatte lautet: Wie belasten wir Kapitalstarke stärker? Diese Empfehlung legt nahe, dass die richtige Debatte lautet: Wie machen wir die Niederlande so attraktiv, dass Kapitalstarke hier wählen, zu wohnen, zu unternehmen und zu investieren?
Italien, Portugal, die Schweiz, Griechenland und die VAE haben diese Umkehrung bereits vollzogen und ernten messbare Ergebnisse in Form von Vermögenszuflüssen, Talenten und Wirtschaftstätigkeit. Die Niederlande bewegen sich — paradoxerweise — in die entgegengesetzte Richtung: Abbau der 30%-Regelung, Abschaffung des partiellen Nicht-Ansässigkeitsstatus und Einführung der VAB in Box 3.
„Das Narrativproblem ist tiefer als das wirtschaftliche. Die Niederlande brauchen eine Rahmung, in der die Anziehung Kapitalstarker als Wohlstandssteigerung für alle dargestellt wird — nicht als Geschenk an die glücklichen Wenigen."
Die Umkehrung des Politikrahmens
Die niederländische Steuerdebatte ist in Umverteilungsbegriffen eingebettet: Wie wird der bestehende Kuchen gerechter verteilt? Die implizite Annahme lautet, dass der Kuchen konstant ist — ein statisches Endspiel. Diese Rahmung ist empirisch falsch: Der Kuchen wächst oder schrumpft als Funktion der ihn umgebenden Politik.
Ein Land kann gegenüber Kapital in zwei grundlegend verschiedenen Zuständen stehen:
| Aspekt | ABSTOSSTUNGSZUSTAND (aktuell NL) | ANZIEHUNGSZUSTAND (IT, PT, CH, AE) |
|---|---|---|
| Frage an Kapitalstarke | Wie belasten wir sie stärker? | Wie heißen wir sie willkommen? |
| Art der Politik | Defensiv, kontrollierend, sanktionierend | Offensiv, ermöglichend, unternehmerisch |
| Ergebnis nach 10 Jahren | Kapitalflucht, schrumpfende Steuerbasis | Zuzug Vermögender, wachsende Wirtschaftstätigkeit |
| Politisches Narrativ | Kampf gegen Ungleichheit | Kampf für Wohlstandswachstum |
| Beispielland | Norwegen, Frankreich (1989–2017), VK (2024+) | Italien, Portugal, Schweiz, VAE, Singapur |
| Risiko der Strategie | Verlust des produktiven Kerns über 1–2 Generationen | Kurzfristige Zunahme der Ungleichheit |
Die Niederlande befinden sich derzeit vollständig im Abstoßungszustand. Dies erzeugt keinen „Wettlauf nach unten", wie oft befürchtet, sondern einen Gradienten des Steuerklimas. Kapital fließt entlang dieses Gradienten — vorhersehbar und empirisch messbar.
Tiefer als das Wirtschaftliche
Die niederländische politische Kultur hat eine tief verwurzelte Abneigung gegen die sichtbare Belohnung Vermögender — verwurzelt im calvinistischen Gleichheitsideal, genährt von Narrativen über „Raffkultur" und verstärkt durch eine Rhetorik, die Reichtum als moralisch verdächtig darstellt.
Dieses Deutungsrahmen macht es politisch nahezu unmöglich, offen zu vertreten, was wirtschaftlich notwendig ist: ein steuerliches Umfeld, in dem Kapitalstarke die Niederlande gegenüber Italien, Portugal oder der Schweiz vorziehen.
„Ein Politiker, der dies vorschlägt, wird sofort als ‚Lobbyist für die Reichen' gebrandmarkt."
— J. van Merksteijn, Politikempfehlung II (Mai 2026)
Die Diagnose ist nicht primär wirtschaftlicher Natur — die Ökonomie ist eindeutig. Die Diagnose ist narrativ und politisch: Die Niederlande brauchen eine Rahmung, in der die Anziehung Kapitalstarker als Wohlstandssteigerung für alle dargestellt wird — nicht als Geschenk an die glücklichen Wenigen. Italien hat diese Rahmung erfolgreich umgesetzt — Mailand ist heute einer der am schnellsten wachsenden Luxus- und Wirtschaftshubs Europas.
Italien — Pauschalsteuer €200.000 auf ausländische Einkünfte
Italien — Regime forfettario per neo-residenti
Einführung 2017 · auf €200.000 verdoppelt im Aug. 2024
Pauschaljahresabgabe auf alle ausländischen Einkünfte und Vermögensbestandteile, unabhängig vom tatsächlichen Betrag. Familienangehörige für €25.000/Person. Gültig für 15 Jahre. Keine Erklärungspflicht für ausländisches Vermögen.
Beispiel — Britische Familie
Ersparnis über 15 Jahre durch Umzug nach Italien
Familie mit €1 Mio./Jahr ausländischen Kapitalerträgen: Italienische Abgabe €275.000 (€200K + 3×€25K) gegenüber ca. €600.000 im VK. Ersparnis: €325.000 pro Jahr. Zudem Befreiung von der italienischen Vermögenssteuer und der IVAFE-Erklärungspflicht für ausländische Aktiva.
Ergebnis 2025: Henley & Partners schätzt den Zuzug von HNWI nach Italien auf rund 3.600 Personen. Mailand erlebt stürmisches Wachstum in Luxusimmobilien, Finanzdienstleistungen und dem Start-up-Ökosystem. Die angezogenen Vermögenden generieren indirekte Körperschaftssteuer, Mehrwertsteuer, Lohnsteuer und Konsumausgaben, die den direkten Pauschalsteuerertrag bei weitem übersteigen.
Portugal — IFICI (NHR 2.0)
Portugal — Incentivized Fiscal Regime for Scientific Research and Innovation
Einführung 2024 · Nachfolger des NHR-Regimes
Gültig für 10 Jahre. Strategie: Anziehung von Talenten in exportierenden oder innovativen Branchen.
- 20% Pauschaltarif auf portugiesische Arbeitseinkünfte in Rollen mit „hoher Qualifikation" (Ingenieurwesen, Forschung, Vorstandsmandate) — gegenüber progressiven Steuersätzen bis zu 53% im normalen System.
- Vollständige Befreiung von der portugiesischen Steuer auf alle ausländischen passiven Einkünfte (Dividenden, Zinsen, Lizenzgebühren, Mieten, Kapitalgewinne), sofern nicht aus Schwarzlistenstaaten.
- Befreiung ausländischer Kapitalgewinne — besonders attraktiv für Investoren und Gründer, die im Ausland ein Liquiditätsereignis erwarten.
Portugal erreicht lediglich 40% Exportwertschöpfung als Anteil am BIP, bewahrt jedoch 73% nationalen Eigentumsanteil (φ). Ergebnis: NEPK 9,8% — gut doppelt so hoch wie das niederländische Niveau. Hohe Exporte ohne Eigentumssteuerung sind Transit, keine Wohlfahrt.
Schweiz — Pauschalbesteuerung (Lump-sum)
Schweiz — Pauschale Besteuerung (Lump-sum)
Mehr als hundert Jahre altes Verfahren · Bundesminimum CHF 434.700
Für nicht-schweizerische Staatsangehörige, die in der Schweiz keine Berufstätigkeit ausüben. Besteuerung basiert auf den jährlichen weltweiten Lebenshaltungskosten. Keine Erklärungspflicht für ausländische Einkünfte oder ausländische Vermögensbestandteile — außer bei Inanspruchnahme von Abkommensschutz.
Erbschaftssteuer
- Keine Erbschaftssteuer für direkte Nachkommen in den meisten Schweizer Kantonen
- Besonders attraktiv für Familienunternehmen und vermögende Dynastien
- Die Schweiz schützt nationales Eigentum durch steuerliche Rückendeckung bei der Erbfolge
Niederlande — Kontrast
- BOR (Betriebsübertragungsregelung) wird abgebaut
- Erbschaftsbesteuerung zwingt Familienunternehmen zum Verkauf an ausländische Private-Equity-Gesellschaften
- Strukturelle Schwächung von φ (nationales Eigentum) als politische Folge
Estland & VAE — Zwei Extreme
Estland
0% Körperschaftssteuer auf reinvestierte Gewinne
Besteuerung nur bei Ausschüttung an Aktionäre. Unternehmen, die Gewinne reinvestieren, zahlen keine Körperschaftssteuer. Estland wuchs von einer armen Sowjetrepublik (1991) zu einer EU-Topzehn-Nation beim BIP pro Kopf. Das Steuersystem trägt hierfür maßgeblich Verantwortung.
Vereinigte Arabische Emirate
Nulltarif auf persönliche Einkünfte · 9% KöSt (weitgehend neutralisiert)
0%-Tarif auf persönliche Einkünfte, Dividenden und Kapitalgewinne. Die 9% Körperschaftssteuer (seit 2023) wird in vielen Fällen durch Freizonenregelungen neutralisiert. Dubai wuchs in 5 Jahren zu einem der drei größten Hubs weltweit für migrierende UHNWI. Das VK verlor 2025 allein 10.800 Millionäre an dieses Regime nach Abschaffung des Non-Dom-Systems.
Kernlektion: Estland beweist, dass 0% Körperschaftssteuer auf reinvestierte Gewinne einen systemischen Anreiz zur Kapitalbildung schafft — genau das, was eine NEPK-orientierte Wirtschaft benötigt. Die VAE belegen, dass der Nulltarif auf persönliche Einkünfte eine direkte Anziehungskraft auf die mobilsten Vermögenden der Welt ausübt.
Was die Niederlande gleichzeitig falsch machen
Während Konkurrenten den Anziehungszustand aktivieren, bewegt sich jede jüngste Politikänderung der Niederlande in die entgegengesetzte Richtung. Das Muster ist konsistent — eine fundamentale Politikdivergenz:
| Jahr | Maßnahme | Wirkung |
|---|---|---|
| 2012–2024 | 30%-Regelung: maximale Laufzeit von 10 auf 5 Jahre verkürzt; Deckelung auf €246K (Balkenende-Norm); Stufung 30/20/10 (später zurückgenommen) | Weniger attraktiv für Expats; Deckelung ist harte Grenze |
| 2025 | Partieller Nicht-Ansässigkeitsstatus für Expats abgeschafft. Gesamtes weltweites Einkommen wird nun in den Niederlanden besteuert | Box 2 und Box 3 fortan auf ausländische Einkünfte für Expats |
| 2027 | 30%-Regelung auf 27% gesenkt. Gehaltsschwellen um >9% angehoben | Weiterer Abbau der Expat-Attraktivität |
| 2027 | Box 3: VAB auf nicht realisierte Wertsteigerungen, 36% Tarif; VWB auf Immobilien/Familienunternehmen | Zerstörung des Zinseszinseffekts; Lock-in bei Immobilien |
| 2026 | Bargeldverbot über €3.000; gemeinsames Transaktionsmonitoring der Banken; Ausweitung Wwft | €1,6 Mrd. Kosten; Reputationsschaden als offene Wirtschaft |
Die 30%-Regelung wird abgebaut genau in dem Moment, in dem Italien seine Pauschalsteuer verlängert und Portugal IFICI einführt. Das ist kein Zufall — es ist eine fundamentale Politikdivergenz.
Der Selektionseffekt: Wer geht und wer bleibt
Eine unterschätzte Dimension: Hohe Vermögenssteuern bewirken qualitative Selektion. Es ist nicht so, dass „Reiche" als homogene Gruppe abwandern; es ist ein spezifisches Profil, das zuerst geht.
| Merkmal | Geht zuerst (hohe Mobilität) | Bleibt (geringe Mobilität) |
|---|---|---|
| Beruf | Internationaler Unternehmer, Exporteur, Gründer, Investor | Lokaler Unternehmer, Dienstleister, Beamter, Freiberufler |
| Einkommensquelle | Kapitaleinkommen, Dividenden, Kapitalgewinne | Arbeitseinkommen, Rente, Sozialleistungen |
| Alter | 35–65 (produktive Phase) | <35 (noch gebunden) oder >65 (sozial verwurzelt) |
| Int. Erfahrung | Hoch — bereits ausländische Kontakte, Sprachen, Netzwerke | Gering — ausschließlich niederländische Orientierung |
| NEPK-Beitrag | Überproportional hoch — exportieren und investieren | Geringer — binnenwirtschaftlich kreislaufartig |
Die Politik filtert genau die Menschen heraus, die die Niederlande am dringendsten brauchen: exportierende Unternehmer, international tätige Investoren, Gründer mit globalem Horizont. Was übrig bleibt, ist die Gruppe mit dem geringsten NEPK-Beitrag.
„Die Steuerbehörde und die Elite der Vermögensplaner spielen ein endloses Katz-und-Maus-Spiel, bei dem die Mäuse konsequent gewinnen. Jede neue Maßnahme der Steuerbehörde wird innerhalb von Monaten durch clevere Strukturen wieder umgangen. Die Mittelschicht, die sich keine Berater leisten kann, zahlt derweil den vollen Preis."
— Beobachtung aus der Praxis
Eine rationale Politikstrategie erkennt dies: Gestalte den Steuersatz so, dass sich clevere Optimierung nicht mehr lohnt. Ein breiter Satz von 20–25% wird bereitwillig bezahlt — ein Satz von 36% wird von jedem gut beratenen Vermögenden umgangen oder durch Auswanderung vermieden. Der Nettoertrag ist beim niedrigeren Satz oft höher.
Acht konkrete Vorschläge — Von Abstoßung zu Anziehung
Niederländische Pauschalsteuer für neue Ansässige
€150.000/Jahr (unter Italiens €200K für Wettbewerbsvorteil) auf alle ausländischen Einkünfte, 15 Jahre gültig, erweiterbar um €20.000/Familienmitglied. Geschätzte Wirkung: 2.000–4.000 HNWI in den ersten fünf Jahren.
Estnische Körperschaftssteuer auf reinvestierte Gewinne
Nulltarif auf reinvestierte Unternehmensgewinne, Besteuerung nur bei Ausschüttung. Stufenweise für Unternehmen unter €50 Mio. Umsatz, um große multinationale Konzerne nicht zu begünstigen.
Erhalt & Stärkung der 30%-Regelung
Abbau auf 27% stoppen. Laufzeit auf 8–10 Jahre verlängern für knappe Qualifikationen (MINT, Medizin, Ingenieurwesen). Partiellen Nicht-Ansässigkeitsstatus für ausländische Kapitalerträge wiedereinführen.
VWB statt VAB
Nur Kapitalgewinnsteuer bei Realisierung, keine Steuer auf nicht realisierte Wertsteigerungen. Bewahrt den Zinseszinseffekt, vermeidet Liquiditätsprobleme, stellt die Niederlande mit nahezu allen entwickelten Ländern gleich.
Box-3-Tarif maximal 25%
Den 36%-Tarif auf 25% senken — innerhalb des Optimums, das Laffer-Kurven-Forschung zeigt (22–49%). Ein niedrigerer Satz auf einer breiteren Basis bringt höchstwahrscheinlich mehr Ertrag.
Familienunternehmensfreundliche Erbschaftsregelung
BOR stärken statt abbauen. Regelung ähnlich der Schweiz erwägen: keine Erbschaftssteuer für direkte Nachkommen von Familienunternehmen ab einem Schwellenwert.
Reduktion der Durchsetzungslast: Coase-Test
Kosten der Durchsetzung müssen nachweislich geringer sein als die Externalität. Wwft-Ausweitung stoppen (€1,6 Mrd., Ertrag unbekannt). Ein „Kontrollstaat" wird von international mobilem Talent gemieden.
Kulturell-politische Umrahmung
Aktives öffentliches Narrativ lancieren: Anziehung Kapitalstarker = Wohlfahrtsstrategie für alle. Jährliche Berichte CPB/Finanzen, die positive Effekte quantifizieren. Von „Talente anziehen" sprechen, nicht „Steuern für Reiche senken".
Der NEPK-Fall: Asymmetrischer Verlust
Ein angezogener Kapitalstarker trägt über eine Kette von Effekten zur NEPK bei; ein abwandernder Vermögender bewirkt das Gegenteil — oft in verstärktem Maße.
| Szenario | Annahme | NEPK-Wirkung |
|---|---|---|
| Abwanderung Unternehmer (€20 Mio.) | Unternehmen verkauft/verlagert; 50 lokale Arbeitsplätze verloren; €5 Mio./Jahr verlorene Körperschaftssteuerbasis | −€15–25 Mio. NEPK/Jahr |
| Zuzug HNWI unter Pauschalsteuer | €150K Pauschalsteuer + €2 Mio. lokale Ausgaben + €5–10 Mio. NL-Investitionen | +€7–12 Mio. NEPK/Jahr |
| Nettoposition pro Austausch | Ein abwandernder Unternehmer kostet ca. 2–3 Neuzuzüge zur Kompensation | Asymmetrischer Verlust |
| Bei 1.000 jährlichen Abwanderern | Benötigt 2.000–3.000 Neuzuzüge pro Jahr für NEPK-Neutralität | Im aktuellen Zustand nicht realisierbar |
Die britische Warnung
Das Vereinigte Königreich schaffte 2024 sein Non-Dom-Regime ab. Ergebnis in einem Jahr: 10.800 Millionäre wanderten ab — der größte Nettoverlust weltweit im Jahr 2025. London rutschte in der Rangliste der globalen Wealth Hubs ab. Das britische Schatzamt erwartet inzwischen, dass die Abschaffung weniger einbringt als das alte Regime, weil die abwandernden Reichen auch ihre britischen Ausgaben, Körperschaftssteuerbeiträge und Investitionen mitnahmen.
Die Niederlande riskieren nun einen vergleichbaren Verlauf — in verschärfter Form, weil die niederländische steuerliche Infrastruktur bereits strenger war als die britische vor der Abschaffung des Non-Dom-Regimes.
Neuausrichtung der niederländischen Steuerposition
Die niederländische Steuerdebatte ist in einer falsch gerahmten Frage gefangen. Die Frage „Wie belasten wir Kapitalstarke stärker?" ist zugleich wirtschaftlich falsch (negative Laffer-Effekte oberhalb der 25–30%-Schwelle), regulierungstechnisch instabil (positives Rückkopplungskapitalflucht) als auch kulturell destruktiv (selektives Herausfiltern des produktivsten Teils der Bevölkerung).
Eine rationale Debatte im niederländischen Parlament sollte sich richten auf:
- Nicht wie Box 3 höher besteuert werden kann, sondern wie Box 3 so gestaltet wird, dass der Zinseszinseffekt erhalten bleibt und Lock-in verhindert wird
- Nicht wie die 30%-Regelung abgebaut werden kann, sondern wie sie für knappe Qualifikationen gestärkt wird
- Nicht wie die Durchsetzungslast erhöht werden kann, sondern wie ein Coase-Test für alle Durchsetzungsmaßnahmen eingeführt wird
- Nicht wie Abwanderung durch Exit-Steuern bestraft werden kann, sondern wie die Niederlande attraktiver gemacht werden als die Zieldestinationen
- Nicht wie das BIP durch Staatsausgaben maximiert werden kann, sondern wie die NEPK durch produktive Wirtschaftstätigkeit gestärkt wird
„Das Narrativproblem ist tiefer als das wirtschaftliche. Die Niederlande brauchen eine Rahmung, in der die Anziehung Kapitalstarker als Wohlstandssteigerung für alle dargestellt wird — nicht als Geschenk an die glücklichen Wenigen."
Der aktuelle Kurs führt zum britischen Szenario — abwandernde Vermögende, schrumpfende Steuerbasis, höhere Sätze auf einer ausgehöhlten Grundlage. Der alternative Kurs — der von Italien, Portugal, der Schweiz — führt zu Wachstum, Zuzug und einer stärkeren NEPK für die kommenden Generationen. Die Niederlande haben hier eine Wahl. Die Fakten machen die Richtung deutlich.
Quellen: CNBC — Italy flat tax Milan boom · The Italian Lawyer — flat tax guide · IBA — Portugal IFICI · Ventures.eu — NHR 2.0 · Walder Wyss — Schweiz Pauschalbesteuerung · Enty.io — Estland Steuersystem · Henley & Partners — Wealth Migration 2025 · Oxford Tax Centre — Tax Competition Europe · Reuters — Norwegen Vermögenssteuer-Exodus · Business.gov.nl — 30%-Regelung