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Folgenkarte · Schweiz · Juni 2026

Die Schweizer Folgenkarte

Fünfzehn Szenarien, zehn Schweizer Bundesmechanismen. Was Ihr Anteil an der Schweiz im Jahr 2030 unter kumulativer Bundesratspolitik einbringt — wenn AHV-Reform, Bilaterale III, das CO₂-Gesetz, Individualbesteuerung, Säule Zwei und die Kostenbremse in dritter Ordnung miteinander wirken.

Von Jacobus van Merksteijn · Malta · Juni 2026

Die Schweizer Folgenkarte Heatmap

Die Brüsseler Folgenkarte stellte zwanzig europäischen Szenarien eine einzige Frage: Was kostet Sie kumulierte EU-Politik bis 2030? Die Schweizer Version stellt dieselbe Frage an fünfzehn Schweizer Szenarien, doch die Mechanismen sind andere. Die Schweiz hat ihren eigenen Politikstapel — und am 2. März 2026 unterzeichnete der Bundesrat in Brüssel die Bilaterale III, das wichtigste Abkommen, das Bern seit 1999 ratifiziert hat.

Diese Karte plottet fünfzehn Leben und Unternehmen gegen zehn Bundesmechanismen, die 2026 in Kraft sind oder auslaufen. Die Werte sind Effekte dritter Ordnung — das bedeutet, jede Politik wird zusammen mit den anderen gelesen, nicht isoliert. Direkte Kosten, Verhaltensreaktion, sekundäres Gleichgewicht. Eine Zahl, die Sie lesen können.

Was die Karte zeigt

Horizontal lesen: Jede Zeile ist ein Schweizer Szenario, von Hans dem Zürcher Rentner bis zu einem multinationalen Unternehmen mit Hauptsitz in Zug. Vertikal lesen: Jede Spalte ist ein Bundesmechanismus, von der AHV/BVG-Reform über Bilaterale III bis zur Zinspolitik der SNB. Die ganz rechte Spalte zeigt eine alternative Referenz — was dasselbe Szenario unter einem anderen Bundeskurs ergeben würde.

Vollständige Schweizer Folgenkarte Heatmap
Jede Zelle zeigt den prozentualen Effekt auf Einkommen (Bürger) oder Umsatz (Unternehmen) bis 2030 unter kumulativer Schweizer Bundespolitik. Grün = Gewinn, Rot = Verlust.

Die zehn Mechanismen

Soziales + Institutionen

Klima + Steuern

Wohnen + Gesundheit

Klima + Monetär

BiCRS/Ethanol-Route

Die fünfzehn Szenarien

Bürger (neun)

Hans 68 — Rentner (Zürich)

Abhängig von AHV + BVG, bescheidene Säule-3a-Ersparnisse, Wohnungseigentümer. Die Kostenbremse trifft ihn am härtesten, da die Zusatzversicherung neu bepreist wird.

Beatrice 42 — Pflegerin (Bern)

Kantonales Spitalpersonal, alleinstehend, Mieterin. CO₂-Gesetz + Kostenbremse verstärken sich gegenseitig; Bilaterale III bringt einen kleinen Schub.

Marc 35 — Software-Ingenieur (Lausanne)

Überdurchschnittliches Gehalt, mobil, teilweiser Säule-3a-Maxer. Bilaterale III ist ein klares Plus; AHV-Reform eine mäßige Bremse.

Sandra & Thomas 38 — Mittelstand (Aarau)

Doppelverdiener, zwei Kinder, Hypothek. Kostenbremse + CO₂ + AHV stapeln sich zu einem bedeutenden Nettoverlust.

Pietro 55 — KMU-Inhaber (Lugano)

Tessiner Kleinbetrieb, grenzüberschreitendes Engagement. CO₂-Gesetz beißt; Bilaterale III ist das Entlastungsventil.

Aysha 29 — Studentin (Genf)

Doktorandin, teilweise Mietsubvention. Die Mietrechtsrevision ist der größte direkte Effekt.

Rolf 58 — Grenzgänger (Basel)

Grenzpendler aus Lörrach. Bilaterale III ist entscheidend; Kostenbremse der zweite Faktor.

Claudia 47 — Lehrerin (Luzern)

Kantonale Beamtin. Kostenbremse + CO₂ + AHV verstärken sich. Stetige Verbesserung unter der Alternative.

Andreas 33 — Säule-3a-Sparer (Zug)

Maximale Säule 3a, Angestellter in der Tech-Branche. Individualbesteuerung hebt die Ehegattenstrafe auf; AHV-Reform gleicht aus.

Unternehmen (sechs)

Pharma-Exporteur (Basel)

Großes Pharmaunternehmen, vor allem EU- + US-Umsatz. Bilaterale III ist ein großes Plus; Säule Zwei und Netto-Null verstärken sich gegenseitig.

Uhrmacher KMU (Jura)

Mittelmarkt-Uhren, EU + Asien. Bilaterale III stellt Im-/Exportleichtigkeit wieder her; SNB-Zins die größte Bremse.

Hotel-Tourismus (Engadin)

Alpenresort, vor allem EU-Gäste. Bilaterale III bringt Erleichterung beim Personenverkehr.

Bau-KMU (Vaud)

Kantonaler Bauunternehmer, angespannter Arbeitsmarkt. CO₂ + Mietrechtsrevision quetschen die Margen.

Privatbank (Genf)

Vermögensverwaltung. SNB-Zinspolitik + Säule Zwei größte Faktoren; Bilaterale III ein bescheidenes Plus.

Multinational HQ (Zug)

Europäisches HQ eines US/asiatischen Konzerns. Säule Zwei kostspielig; Bilaterale III das stärkste Gegengewicht.

Wie die Zahlen zu lesen sind

Die Zahlen sind keine Prognosen. Sie sind aus Bundeswirkungsberichten, AHV/BVG-versicherungsmathematischen Dossiers, OECD-Säule-Zwei-Umsetzungs-Tracking und der Bundesratsbotschaft zu Bilaterale III (Februar 2026) abgeleitet. Sie werden so präsentiert, als ob jeder Mechanismus seinen Endzustand von 2030 erreicht und sich mit den anderen stapelt. In der Praxis werden individuelle Ergebnisse abweichen. Die Karte ist eine Struktur, keine Prognose.

Was die Karte klar zeigt, ist, welche Szenarien unter kumulativer Schweizer Bundespolitik, wie sie Mitte 2026 steht, Nettogewinner und welche Nettoverlierer sind — und welchen Ausweg die BiCRS/Ethanol-Route bietet: einen durchgehend positiven Effekt auf alle fünfzehn Szenarien, von +8 % für die Studentin bis +62 % für den Pharma-Exporteur in Basel.

Die Brüsseler Folgenkarte zeigte zwanzig europäische Szenarien, die mehr verloren, als sie auffangen konnten. Die Schweizer Version zeigt ein kleineres Land mit einem anderen Politikstapel — aber wo dieselbe Stapelungslogik gilt. Bilaterale III ist der erste positive Hebel; die BiCRS/Ethanol-Route ist der zweite, und dieser wirkt auf alle, nicht nur auf Grenzgänger und Exporteure. Lesen Sie die letzte Spalte.

Was folgt

Diese Schweizer Folgenkarte ist die erste in einer Reihe, die sich außerhalb der EU erstreckt. Eine Singapurer Folgenkarte folgt in derselben Publikation (gleichzeitig veröffentlicht). Die Methodik — fünfzehn bis zwanzig Szenarien × zehn bis zwölf Mechanismen × Stapelung dritter Ordnung — reist gut in jede Jurisdiktion, wo der Politikstapel ausreichend dokumentiert und stabil ist, um modelliert zu werden.

Das Ziel ist nicht, jedes Land zu kartieren. Das Ziel ist, die kumulativen Folgen von Politik sichtbar zu machen, Szenario für Szenario, vor den Wahlen, die über sie entscheiden.

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